Der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro hat sich nach seiner Flucht in die Vereinigten Staaten zu Wort gemeldet. In einem Instagram-Livestream rechtfertigte der 45-Jährige seine Abreise mit einer angeblichen politischen Verfolgung. Er betonte dabei mit den Worten: „Ich habe Brasilien nicht verlassen, ich bin für Brasilien gegangen“.
Die Ausreise erfolgte wenige Tage nach der Wahl und geschah trotz eines bestehenden Ausreiseverbots durch einen Richter des Obersten Gerichts. Bolsonaro gab an, das Land verlassen zu haben, „ohne dass jemand davon wusste“, wobei er nicht präzisierte, wie die Ausreise technisch ermöglicht wurde. Zusammen mit seiner Familie gelangte er so in die USA, wo er Medienberichten zufolge nun Asyl ansuchen will.
Hintergrund der rechtlichen Auseinandersetzungen sind Ermittlungen gegen den Politiker wegen des Verdachts auf Korruption und Geldwäsche. Parallel dazu erkennt Bolsonaro die Wahlniederlage gegen Präsident Lula da Silva nicht an und behauptet ohne Belege, es habe Wahlbetrug gegeben. Diese Entwicklungen spiegeln die tiefen politischen Spannungen nach dem Wahlgang wider.
Aus den USA heraus plant Flávio Bolsonaro nun seine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt. Berichten zufolge riet ihm sein Vater, der ehemalige Präsident Jair Bolsonaro, nach der verlorenen Wahl zur Ausreise aus dem Land. Die USA dienen ihm nun als Basis, um seine politische Zukunft vorzubereiten und der brasilianischen Justiz zu entgehen.

