In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ist es zu einer Serie von Luftangriffen gekommen, bei denen nach Angaben der Huthi-Miliz zahlreiche Zivilisten getötet wurden. Das von den Huthi kontrollierte Gesundheitsministerium meldete 27 Tote und 36 Verletzte, wobei ein Großteil der Opfer Frauen und Kinder sein sollen. Andere Berichte, darunter die des Huthi-nahen Senders Al Masirah, nannten Opferzahlen von mindestens 22 bzw. 25 Toten und etwa 30 Verletzten.

Die Verantwortung für die Angriffe wird der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition zugeschrieben, wobei Riad bislang keine Stellungnahme dazu abgegeben hat. Als Reaktion auf die Vorfälle meldeten die Huthi Vergeltungsmaßnahmen in Form von Raketen- und Drohnenangriffen. Diese richteten sich gezielt gegen den Flughafen von Riad sowie verschiedene Erdölanlagen in Saudi-Arabien.

Die Gewalt im Land weitete sich bereits vor den Ereignissen in Sanaa aus. Am vergangenen Freitag kam es in der Provinz Taes zu einem Angriff auf einen Markt, bei dem mindestens 30 Menschen ums Leben kamen. In diesem Fall wiesen beide Konfliktparteien die Verantwortung für den Vorfall von sich.

Die aktuellen Meldungen unterstreichen die instabile Sicherheitslage im Jemen und die anhaltende Eskalation zwischen der Huthi-Miliz und der saudi-arabischen Koalition. Die Angriffe auf zivile Infrastrukturen und die darauffolgenden Vergeltungsschläge gegen strategische Anlagen in Saudi-Arabien verschärfen den regionalen Konflikt weiter.