Der Immobilienmarkt im Kanton Zug befindet sich in einer extremen Phase der Verknappung. Mit einer Leerwohnungsziffer von lediglich 0,20 Prozent weist der Kanton die tiefste Quote in der gesamten Schweiz auf, was bedeutet, dass nur zwei von 1.000 Wohnungen frei sind. Laut einer aktuellen Studie der Zuger Kantonalbank standen im Juni lediglich 53 Mietwohnungen im gesamten Kanton leer, während die Quote im Vorjahr noch bei 0,42 Prozent lag.
Die Situation für Wohnungssuchende hat sich drastisch verschärft, da das Angebot kontinuierlich sinkt. Vor zehn Jahren wurden noch über 2.000 Mietwohnungen pro Quartal ausgeschrieben, im Jahr 2026 waren es nur noch rund 800. Dieser Mangel führt zu einem intensiven Wettbewerb, bei dem im Durchschnitt 13 Interessenten auf eine einzige inserierte Wohnung kommen.
Parallel zur Knappheit steigen die Kosten für das Wohnen deutlich über dem nationalen Durchschnitt. Im zweiten Quartal lagen die Angebotsmieten 5,4 Prozent über dem Vorjahr, während der Schweizer Durchschnitt lediglich ein Plus von 1,5 Prozent verzeichnete. Für eine 3- bis 3,5-Zimmer-Wohnung werden derzeit etwa 2.800 Franken monatlich verlangt, im hochwertigen Segment steigt dieser Betrag auf rund 4.200 Franken.
Auch der Markt für Wohneigentum zeigt eine starke Aufwärtstendenz mit durchschnittlichen Preissteigerungen von 7,0 Prozent bei mittleren Eigentumswohnungen. Die Zuwächse variieren regional zwischen 5,3 Prozent im Berggebiet und 8,3 Prozent in der Lorzenebene. In Zug und Walchwil, wo die Quadratmeterpreise bereits bei rund 20.000 Franken beginnen, stiegen die Preise zusätzlich um 5,8 Prozent.
Eine kurzfristige Entspannung der Lage ist nicht in Sicht, da die Neubauaktivitäten zurückgehen. Von Mitte 2025 bis Mitte 2026 wurden nur 280 neue Mietwohnungen bewilligt, was einem Rückgang von 36 Prozent gegenüber dem Zehnjahresdurchschnitt entspricht. Zwar zielt die wohnpolitische Strategie 2030 des Kantons auf mehr Wohnraum ab, doch laut der Studie wird diese erst mittel- bis langfristig Wirkung zeigen.



