Die Vereinten Nationen beenden heute ihre Mission in der Westsahara, da sich der UN-Sicherheitsrat nicht rechtzeitig auf eine Verlängerung des Mandats einigen konnte. Die Mission war bereits im Jahr 1991 eingesetzt worden, um in dem Gebiet zu vermitteln. Nun droht das Ende einer der ältesten UN-Operationen aufgrund tiefgreifender Differenzen zwischen den permanenten Mitgliedern des Sicherheitsrats.
Ein von den USA eingebrachter Entwurf sah eine Verlängerung der Mission um ein Jahr vor. Dieser Vorschlag stellte jedoch den Autonomieplan Marokkos ins Zentrum der Lösung. Eine Volksabstimmung über die Selbstbestimmung der Westsahara, die ein zentrales Element früherer Bemühungen war, war in diesem Entwurf nicht mehr vorgesehen.
Russland reagierte auf den US-Vorschlag mit einem Veto, da dieser aus russischer Sicht zu pro-marokkanisch war. Im Anschluss scheiterte ein russischer Gegenvorschlag wiederum am Veto der Vereinigten Staaten. Damit blockierten sich beide Weltmächte gegenseitig und verhinderten eine Fortführung des internationalen Einsatzes.
Der Konflikt wird primär zwischen Marokko und der Unabhängigkeitsbewegung Polisario ausgetragen. Während Marokko die frühere spanische Kolonie für sich beansprucht, fordert die Polisario die Gründung eines eigenen Staates. Es bleibt abzuwarten, ob durch das Ende der Mission der Konflikt in der Region erneut aufflammt.


