In Bulgarien zeichnet sich nach der entscheidenden Stichwahl um das Präsidentenamt ein Sieg der Amtsinhaberin Ilijana Jotowa ab. Die Kandidatin der regierenden Mitte-Links-Partei und frühere Europaabgeordnete erreicht laut Wählerbefragungen und Prognosen 51 Prozent der Stimmen. Damit setzt sie sich gegen ihren Herausforderer durch, der in den Umfragen deutlich zurückbleibt.
Ihr Gegner, der 50-jährige promovierte Ökonom Andrej Gjurow, wird vom reformwilligen liberal-konservativen Oppositionslager unterstützt. Der konsequent prowestliche Ex-Interimsregierungschef folgt Jotowa mit einem Abstand von sechs Prozentpunkten. Gemäß einer Befragung kommt Gjurow auf knapp 45 Prozent der Stimmen.
Die Stichwahl wurde notwendig, da in der ersten Runde keiner der insgesamt 27 Kandidatinnen und Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erreicht hatte. Das politische Duell markiert einen Wettbewerb zwischen der russia-freundlichen Jotowa und dem prowestlich orientierten Gjurow. Die Ergebnisse spiegeln die aktuelle politische Spaltung des Landes wider.
Besorgniserregend für die politische Legitimation ist die geringe Mobilisierung der Wählerschaft. Die Wahlbeteiligung lag bei dieser entscheidenden Abstimmung nur bei 29 Prozent. Damit blieb ein Großteil der bulgarischen Bevölkerung dem Wahlgang fern, während Jotowa ihren Posten laut Prognosen behaupten wird.



